Kürzlich meldet die Bundeswehr ihren ersten erfolgreichen Einsatz der seit der Neuaufrüstungsinitiative: Die Wiedereroberung einer Bielefelder Basketball-Halle aus der Kontrolle des örtlichen Sportvereins. Verluste gab es dabei nur auf Seiten der unterlegenen Jugend!
Die Einnahme der Sporthalle dient der Armee gleich in zweierlei Hinsicht. Nicht nur können die Räumlichkeiten jetzt als Munitionslager dienen, langfristig verschärft die Verdrängung öffentlicher Sportangebote auch die Gesundheitskrise deutscher Jugendlicher. Für die Bundeswehr mit strategischem Effekt: Wessen Kinder physisch gesund aufwachsen sollen, der muss sie notgedrungen zum Bund schicken. In Fachbereichen kursiert dafür das Schlagwort “adipositionieren”.
Ganz richtig: Um in Deutschland körperlich gesund aufzuwachsen, müssen Jugendliche bereit sein, ihr Leben an der Front zu opfern.
Ein Lagebericht zeigt für diesen strategischen Vorstoß des Heers hohe Gewinnchancen. Etwa findet Sportunterricht inzwischen nicht mehr statt. Das zeigen journalistische Frontberichte (wie dieser oder der hier) und wer die Lage im schulischen Hinterland kennt, weiß, wie die Politik durch Unterfinanzierung öffentlicher Kulturangebote für die Bundeswehr geschickt Schützenhilfe bietet.
Dass die Jugend ihre Sporthallen nicht verteidigen konnte, liegt möglicherweise daran, dass sie eh schon sehr unathletisch ist. Vielleicht aber auch daran, dass extrem reiche Konzerne etwas mehr Einfluss auf die Infrastruktur haben als Hannes aus der 6a. Hm.

Also jetzt mal Ironie aus. Wir wissen: Bewegung, Spiel und Sport sind elementare und unverzichtbare Bestandteile ganzheitlicher Bildung. Wenn aber darauf verzichtet wird, dann stört das die sprachliche, körperliche, emotionale, intellektuelle und soziale Entwicklung. Ein gutes Beispiel dafür ist der durchschnittliche Regierungsvertreter, der sich von Büffet zu Büffet chauffieren lässt und immer noch glaubt, in Deutschland gäbe es keine wichtigeren Schlachten zu schlagen als den Aufbau verstaubter Munitionslager.
Die Konsequenzen solcher Politik? Die Jugend verkümmert. Inzwischen leiden so viele Kinder an körperlichen Beeinträchtigungen wie noch nie. Die Jugend hat in Deutschland also im Grunde das gleiche Problem wie die Autoindustrie: motorischen Entwicklungsstörung. Im Gegensatz zu den lobbystarken Volkswagen oder Bundeswehr-Chefs können die Kinder sich nur leider nicht wehren…
Wir brauchen Politiker, die an ihrer Seite kämpfen!
